Bericht: Sabine Schiek, Fotos: Jochen Krekel

Nach unserem gemeinsamen Treffen auf dem Marktplatz in Refrath begaben wir uns bei sonnigem Wetter in Richtung Kölner Ostfriedhof. Hier wurden wir schon von dem gut gelaunten Herrn Babian, leitender Friedhofsgärtnermeister, erwartet.
Herr Bahian beantwortete bereitwillig und geduldig alle technischen und gärtnerischen Fragen während des über eine Stunde dauernden Rundgangs umfangreich und zufriedenstellend.
Köln verfügt über fünf Friedhöfe. Der Ostfriedhof ist nach dem Südfriedhof der zweitgrößte Friedhof Kölns. Seit seiner Einweihung hat sich vieles verändert. Traditionelle Sargbestattungen sind zugunsten von Urnengräbern erheblich zurückgegangen.

Wir starteten die Führung an dem eingezäunten Friedhofsteil für anonyme Urnengräber, wo die Grabpflege ohne Feierlichkeiten innerhalb 15 Minuten erfolgt. Dies ist die kostengünstigste Variante. Es folgten schöne Abschnitte mit Baumbestattungen, die zur waldreichen Umgebung sehr ansprechen.
Hier findet man auch auf einer Waldlichtung ein Schmetterlingsgräberfeld für tot- und fehlgeborene Kinder.
Auf dem Ostfriedhof fanden zahlreiche prominente Kölner ihre letzte Ruhestätte. .Herr Barbian zeigte uns das Grab des ehemaligen Ministerpräsidenten Heinz Kühn, Auch der Profi-Boxer Jupp Elze, der durch seinen Drogenkonsum ums Leben kam und die Pharma-Familie Madaus fanden hier ihre letzte Ruhestätte.
Auf dem Ostfriedhof findet man auch steinzeitliche Hünengräber aus der Zeit von 700 bis 400 v. Chr. Sie haben einen Durchmesser von 3,00 m bis 30 sind heute noch o, 2 bis 1,30 m hoch.

Unser Experte erklärte die unterschiedlichen Ruhezeiten der Gräber (20/25 Jahre). Hier ist auch die Bodenbeschaffenheit bedeutsam für die Zersetzung.
Schließlich gelangten wir zu der Gedenkstätte für die überwiegend osteuropäischen Zwangsarbeiter während des 2. Weltkriegs, die hier in Baracken untergebracht waren. Der Kölner Bildhauer Joseph Höntgesberg schuf ein schlichtes Mahnmal, zu dem symbolisch ein Weg aus in betongegossenen Fußabdrücken – führt.
Wir haben viel gelernt und kehrten zurück nach Refrath um im Café Credo über das Erlebte zu
diskutieren.
